Einleitung
Nachhaltigkeit verankern. Viele Chemieunternehmen haben Nachhaltigkeitsstrategien auf dem Papier – doch im Alltag entscheidet sich, ob Maßnahmen wirklich umgesetzt werden.
Zwei Bausteine sind dabei besonders wirkungsvoll: praxisnahe Workshops & Schulungen sowie ein klar strukturiertes KPI-Monitoring, das Fortschritte messbar macht.
Warum Workshops mehr sind als einmalige Events
Mitarbeitende spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg von Nachhaltigkeitsinitiativen. Studien zeigen, dass hohe Mitarbeiterbeteiligung Innovation und operative Effizienz in Nachhaltigkeitsprojekten deutlich steigern kann. KPI Depot+1
Gut konzipierte Workshops:
- übersetzen strategische Ziele in konkrete Aufgaben für Produktion, Technik, Einkauf und Management,
- schaffen ein gemeinsames Verständnis von Prioritäten (z. B. Emissions-Hotspots, regulatorische Risiken),
- identifizieren Praxiswissen aus dem Shopfloor, das in Kennzahlen allein nicht sichtbar wird,
- erzeugen Commitment: Wer an der Lösung mitarbeitet, trägt sie eher mit.
Formate können reichen von halbtägigen Fokus-Workshops bis zu mehrstufigen Umsetzungssprints mit unterschiedlichen Stakeholdern.
Die richtigen Nachhaltigkeits-KPIs für die Chemieindustrie
Ohne Kennzahlen bleiben viele Initiativen im „Nice to have“-Modus. Nachhaltigkeits-KPIs helfen, Fortschritte transparent zu machen und Ressourcen zielgerichtet einzusetzen. plant values | Nachhaltigkeitsberatung+1
Mögliche KPI-Kategorien:
- Klimaschutz & Energie
- t CO₂e pro Tonne Produkt
- Energieverbrauch (kWh/t)
- Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch
- Rohstoffe & Kreislaufwirtschaft
- Anteil biogener oder recycelter Rohstoffe
- Abfallintensität pro Tonne Produkt
- Sichere und nachhaltige Chemikalien
- Indikatoren zur sicheren und nachhaltigen Chemikalienproduktion, wie sie u. a. in Studien zur Chemikalienstrategie der EU diskutiert werden. Umweltbundesamt+1
- Mitarbeiterbeteiligung & Schulungen
- Anteil geschulter Mitarbeitender in relevanten Bereichen
- Engagement-Score in Nachhaltigkeitsinitiativen
Wichtig ist, dass KPIs zu Strategie, Geschäftsmodell und regulatorischem Umfeld des Unternehmens passen – und für die Zielgruppen verständlich sind.
Vom Workshop zum KPI-Dashboard: Ein typischer Projektablauf
Start-Workshop – Zielbild & Status quo
- Gemeinsame Erarbeitung von Zielen (z. B. CO₂-Reduktion, Energieeffizienz, sichere Chemikalien).
- Sammlung bestehender Datenquellen, Projekte und Initiativen.
2. KPI-Design & Datenlandkarte
- Auswahl weniger, aber aussagekräftiger Kennzahlen („What really matters“).
- Klärung von Datenquellen, Verantwortlichkeiten und Reporting-Frequenzen. plant values | Nachhaltigkeitsberatung+1
3. Umsetzungssprints & Schulungen
- Fachworkshops mit Produktion, Energie, Engineering, Einkauf, Controlling.
- Schulungen zum Verständnis der KPIs und zu Handlungsspielräumen im Alltag.
4. Aufbau von Dashboards & Reporting-Routinen
- Visualisierung der KPIs in übersichtlichen Dashboards (z. B. nach Werk, Linie, Produkt).
- Integration in bestehende Management-Reviews, Shopfloor-Meetings oder Nachhaltigkeitsberichte.
5. Kontinuierliche Verbesserung
- Regelmäßige Reviews von Zielen, Maßnahmen und KPIs.
- Nachschärfen, wenn sich Rahmenbedingungen, Technologien oder regulatorische Anforderungen ändern. SBN Software+1
Erfolgsfaktoren für nachhaltige Verankerung
Top-Management-Commitment: Ziele und KPIs müssen auf höchster Ebene getragen werden.
Übersetzung auf die operative Ebene: Jede Anlage, jedes Team sollte wissen, was sein Beitrag ist.
Transparente Kommunikation: Erfolge sichtbar machen – intern und bei Bedarf extern.
Lernkultur: Fehler und Abweichungen als Chance zur Verbesserung nutzen, nicht nur als „Non-Compliance“.
Fazit
Workshops, Schulungen und KPI-Monitoring sind keine „Soft-Themen“, sondern zentrale Bausteine einer erfolgreichen Transformationsstrategie in der Chemieindustrie. Sie verbinden Menschen, Daten und Prozesse – und stellen sicher, dass Nachhaltigkeit nicht beim Strategie-Papier endet, sondern im Alltag gelebt und gemessen wird.

